Wie Speditionen ihre Transportkosten kalkulieren

Als digitale Frachtplattform steht Saloodo! zwischen den verladenden Unternehmen und den die Transporte ausführenden Speditionen oder Frachtführern. Täglich sehen wir eine Vielzahl von Transportanfragen für die unterschiedlichsten Transporte aus ganz Europa und die jeweiligen Preisangebote der Dienstleister. Immer wieder sind gerade Logistik-unerfahrene Auftraggeber überrascht von den abgegebenen Angeboten – manchmal, weil sie so niedrig sind, manchmal, weil sie zu hoch erscheinen.

In diesem Artikel möchten wir einmal aufklären, nach welchen Gesichtspunkten Transportdienstleister ihre Preise kalkulieren und wo auf Auftraggeber-Seite oftmals falsche Einschätzungen vorliegen. Eines aber gleich vorweg: Wir können hier nicht alle Punkte auflisten, da die Preisbildung tatsächlich viele verschiedene Aspekte einbezieht.

Bestes Beispiel ist der voraussichtliche Transportpreis, den Verlader auf Saloodo!, der digitalen Frachtplattform, bei ihrer Transportanfrage angezeigt bekommen. Dieser Echtzeit-Marktpreis basiert auf Künstlicher Intelligenz und Algorithmen, die auf eine Datenbasis mit zig Parametern zurückgreifen. Aus diesen Einzelwerten ergibt sich dann der vorausberechnete Preis, der sich kontinuierlich an aktuelle Marktgegebenheiten anpasst.

Nach dem gleichen Prinzip kalkulieren auch Disponenten und Spediteure ihre Preise. Doch zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer von Transportdienstleistungen kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Beispielsweise in folgenden Punkten:

Beiladung – Mitfahrgelegenheit für Fracht

Viele Auftraggeber kennen das Konzept der „Beiladung”. Warentransport als Beiladung bedeutet, dass ein Fahrzeug bereits für einen Transportauftrag eingesetzt wird, dieses Fahrzeug aber noch nicht voll beladen ist. In so einem Fall kann das Fahrzeug einen Umweg fahren, um noch mehr Ware mitzunehmen – also noch eine Sendung „beizuladen”.

In der Regel sorgt bereits der erste Transportauftrag für einen kostendeckenden Transport beim Frachtführer. Dadurch wird die Beiladung normalerweise um einiges günstiger, als wenn sie mit einem eigenen Fahrzeug transportiert werden müsste.

Dennoch kann man als Verlader einen günstigen Preis nicht immer voraussetzen, denn nicht alle Beiladungen sind immer einfach umzusetzen. Die Voraussetzung ist zunächst, dass bereits ein Fahrzeug auf der Strecke unterwegs ist oder bald sein wird. Dieses Fahrzeug muss dann ausreichend Platz für die Beiladung frei haben – sowohl vom reinen freien Laderaum, als auch vom Ladegewicht her. Last but not least muss die ursprüngliche Strecke lang genug sein, damit in der Zwischenzeit die Beiladung aufgenommen und abgeladen werden kann – natürlich ohne zu größeren Verzögerungen bei der Original-Sendung zu führen. In vielen Fällen ist deshalb keine schnelle Beiladung möglich, was zu höheren Kosten führen kann.

Kurze Strecke = kleiner Preis

Gerade bei Transportanfragen für eine sehr kurze Strecke wird auch ein sehr niedriger Transportpreis erwartet. Das ist auch grundsätzlich richtig, da viele Transportkosten pro Kilometer berechnet werden. Da gilt intuitiv: Weniger Kilometer = kleinerer Preis.

Es gibt jedoch einen gewissen Mindestaufwand, der unabhängig von der gefahrenen Strecke entsteht. Das liegt unter anderem an:

  • dem Zeitaufwand für die Anfahrt zur Ladestelle,
  • dem Zeitaufwand für das Beladen an der Ladestelle,
  • dem Zeitaufwand für das Entladen an der Entladestelle,
  • der Tatsache, dass das Fahrzeug in der Zeit nicht für andere, längere Strecken eingesetzt werden.

Daraus folgt, dass ein Transport per Spedition immer einen gewissen Mindestpreis hat, auch bei kleinen Strecken. Dies ist vergleichbar mit einer Taxi-Fahrt, bei der man nicht nur den Kilometerpreis, sondern auch immer einen Grundbetrag zahlen muss, egal wie lang die Strecke letztendlich ist.

Zwischenräume nutzen – unpalettierte Ware

Regelmäßig gibt es Ware zu transportieren, die noch nicht auf Paletten ist oder vielleicht auch gar nicht auf Paletten passt. Das können lange Rohre, Holzbalken oder auch Stahlträger sein. Bei solchen Dingen liegt die Idee nahe, dass der LKW-Fahrer sie einfach zwischen die anderen Paletten auf der Ladefläche legen kann. Dadurch ließe sich der Platz, der sonst leer bliebe, sogar noch effizienter nutzen – eine tolle Idee, um Kosten zu sparen.

Doch im Straßengüterverkehr funktioniert das leider so nicht.

Das Transportgut muss immer ordentlich gesichert werden, damit das Leben der Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer geschützt ist. Deshalb lassen sich Waren nicht einfach zwischen Paletten klemmen, sondern müssen durch Spanngurte und anderes Sicherungsmaterial befestigt werden. Inklusive aller Sicherungen nimmt so zum Beispiel ein Rohr wesentlich mehr Platz weg und es gibt keine „Platzersparnis”.

Wie Spediteure die Preise für ihre Transportangebote berechnen

Für Speditionspreise gibt es viele verschiedene Einflussgrößen, die zudem unterschiedlich gewichtet werden. Hier sehen Sie eine Auswahl von Faktoren, die bei der Preisgestaltung eine wichtige Rolle spielen:

  • In Bezug auf die Transportstrecke: Länge des Transports in Kilometern, handelt es sich um einen internationalen oder nationalen Transport und gibt es zu überwindende Höhenmeter etc.?
  • In Bezug auf den Zeitpunkt des Transportauftrags: Gibt es aktuell einen Frachtüberschuss? Aber auch Feiertage, Brückentage, Witterungsverhältnisse (glatte Straßen, schlechte Sicht) etc.?
  • Rund um das Transportgut: Manche Waren können nur von bestimmten Fahrzeugen transportiert werden. So beispielsweise Schüttgut wie Sand oder Mehl, das nicht auf normale LKW passt.
  • Wie lange dauert der Transport? Sammelgut-Transporte sind günstig, dauern aber auch länger. Wenn es schnell gehen muss, wird häufig ein Kurierdienst-Transport notwendig.
  • In Bezug auf die Lade-/Entladestelle: Muss zusätzliches Equipment zum Be- und Entladen mitgenommen werden? Manche Ladestellen haben keinen Gabelstapler und keine Rampe, viele LKW sind aber genau darauf ausgelegt. In solchen Fällen muss der LKW einen sogenannten Mitnahmegabelstapler mitführen – dies ist natürlich teurer, als wenn man auf Mitnahme des Gabelstaplers verzichten könnte.

Sie sehen, die Preisgestaltung bei Transportdienstleistungen ist ein komplexes Thema und nicht immer auf den ersten Blick nachvollziehbar. Es lohnt sich aber, sich damit zu beschäftigen, um bei der Dienstleisterauswahl die Hintergründe nachvollziehen zu können. Wenn Sie eine Transportanfrage bei Saloodo! platzieren, haben Sie es sogar noch einfacher: Sie sehen dann nämlich auf einen Blick alle Speditionen, die zu Ihrer Anfrage ein Angebote gemacht haben und können dann ganz einfach den für Sie passenden Transportdienstleister beauftragen.

Daniel Mahnken

Daniel Mahnken ist Senior Corporate Communications Manager bei Saloodo!. Als gelernter Journalist liegt ihm das Schreiben quasi im Blut. Nach seinem Sportpublizistik-Studium wollte er eigentlich Germany's Next Sport-Kommentator werden, doch dann entdeckte er die Logistik und kommt seitdem nicht mehr davon los.

The Saloodo! team wishes you Eid Adha Mubarak to you and to your family.

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