{"id":187425,"date":"2022-10-20T15:01:55","date_gmt":"2022-10-20T13:01:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.saloodo.com\/?p=187425"},"modified":"2023-10-24T14:04:49","modified_gmt":"2023-10-24T12:04:49","slug":"logistikbranche-die-bedeutendsten-herausforderungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.saloodo.com\/de\/blog\/logistikbranche-die-bedeutendsten-herausforderungen\/","title":{"rendered":"Logistikbranche: Die bedeutendsten Herausforderungen der kommenden Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Nein, \u00fcber einen Mangel an Arbeit und Bedeutung kann sich die globale Logistikbranche sicherlich nicht beklagen. Ganz im Gegenteil, niemals war diese gigantische, extrem leistungsf\u00e4hige Maschine so wichtig wie in der heutigen Zeit. Allerdings gibt es vieles, was besser laufen k\u00f6nnte. Besonders unter dem Eindruck derzeitiger und mittelfristiger Herausforderungen tritt das \u00fcberdeutlich zutage. Im weiteren Verlauf der 2020er wird sich deshalb nicht nur die deutsche Logistik einigen sehr schwerwiegenden Herausforderungen stellen m\u00fcssen.<\/p>\n<h2><strong>Ein m\u00f6gliches Post-Corona-Plateau<\/strong><\/h2>\n<figure id=\"attachment_187431\" aria-describedby=\"caption-attachment-187431\" style=\"width: 318px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-187431\" src=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-2-1.jpeg\" alt=\"Logistikbranche\" width=\"318\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-2-1.jpeg 1620w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-2-1-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-2-1-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-2-1-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-2-1-1536x1024.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-187431\" class=\"wp-caption-text\">Teile der Branche konnten von Corona profitieren. Selbst ohne den Ukraine-Konflikt w\u00e4re das Wachstum danach jedoch h\u00f6chstwahrscheinlich gehemmt.<br \/>(stock.adobe.com \u00a9 SkyLine)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Pandemie bescherte der Logistikbranche in vielen Staaten und Bereichen einen Boom, der so nicht vorauszusehen war. Das gilt besonders f\u00fcr diejenigen Branchenteile, die mit dem Internethandel verkn\u00fcpft sind \u2013 Ausnahmen best\u00e4tigen diese Regel. Das Problem hieran: Viele Booms nehmen ein l\u00e4ngerfristiges Wachstum vorweg, wodurch danach f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit mindestens ausreichende, teils sogar \u00dcberkapazit\u00e4ten bestehen.<\/p>\n<p>Nun ist die Pandemie zwar noch nicht wirklich vorbei, hat jedoch in vielen Teilen der Welt ihren Schrecken weitgehend verloren. US-Pr\u00e4sident Biden etwa <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/biden-ende-pandemie-impfstoffhersteller-biontech-moderna-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erkl\u00e4rte j\u00fcngst die Pandemie f\u00fcr beendet<\/a>. F\u00fcr Teile der Branche k\u00f6nnte das bedeuten, in den kommenden Jahren auf einem Plateau zu verbleiben, weil die Nachfrage vorerst nicht mehr stark steigen wird. Weiteres Ungemach entsteht \u00fcberdies aus den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf den Welthandel.<\/p>\n<h4><strong>Fakten und Indikatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Die j\u00e4hrlichen <a href=\"https:\/\/www.dslv.org\/de\/die-branche\/umsatz-und-beschaeftigte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ums\u00e4tze in der deutschen Logistikbranche<\/a> zeigen ziemlich deutlich, wie sich die Pandemie auswirkte (Werte in Milliarden Euro):<\/p>\n<ul>\n<li>2012 91,1<\/li>\n<li>2014 102,3<\/li>\n<li>2016 104,6<\/li>\n<li>2018 115,7<\/li>\n<li>2020 117,5<\/li>\n<li>2021 135,0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dieser dramatische Sprung zwischen 2020 und 2021 ist ma\u00dfgeblich auf die Effekte der Pandemie zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Jetzt, wo diese wenigstens abebbt \u2013 um es vorsichtig zu formulieren \u2013 sind bereits wichtige Zutaten f\u00fcr ein Plateau geschaffen. Was jedoch noch hinzukommt, ist der Ukraine-Krieg mit seinen Auswirkungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Generell sind die Energiepreise und die allgemeine Inflation in einem dramatischen Anstieg begriffen, was die Gewinne vieler Logistikunternehmen schm\u00e4lert.<\/li>\n<li>Speziell f\u00fcr die europ\u00e4ische Logistik fallen mit Russland und Teilen der Ukraine aktuell zwei durchaus bedeutende Handelsnationen und somit Auftr\u00e4ge aus \u2013 wenngleich beide Staaten f\u00fcr den Welthandel nicht extrem relevant sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie die Zahlen aussehen, hat der Kreditversicherer Euler Hermes in <a href=\"https:\/\/www.allianz-trade.com\/content\/dam\/onemarketing\/aztrade\/allianz-trade_com\/en_gl\/erd\/publications\/pdf\/2022_03_18_Economic_Outlook.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einer Studie im Fr\u00fchjahr 2022 zusammengefasst<\/a>. So wird das urspr\u00fcnglich prognostizierte Welthandelswachstum von sechs auf vier Prozent reduziert. Weitere Schwierigkeiten entstehen durch ein Meiden des Schwarzen Meeres als Seetransportroute und die hohen Energiepreise. In der Folge, so bef\u00fcrchtet die Studie, k\u00f6nnten in Europa die Insolvenzzahlen auf 23 Prozent ansteigen.<\/p>\n<h4><strong>M\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/h4>\n<p>Machen kann die Logistikbranche derzeit nur wenig. Denn sowohl die Energiepreise als auch die weiteren Auswirkungen (und die Dauer) des Krieges liegen g\u00e4nzlich au\u00dferhalb ihrer Kontrolle. Sehr viele Unternehmen und Privatpersonen haben bereits ihr Handels- und Konsumverhalten merklich reduziert, um finanziell f\u00fcr die n\u00e4here Zukunft gewappnet zu sein.<\/p>\n<p>Ein wirklich starker Einbruch scheint zwar zum jetzigen Zeitpunkt (Ende September 2022) unwahrscheinlich. Jedoch d\u00fcrfte das Wachstum in den kommenden Jahren deutlich geringer ausfallen als vor Corona \u2013 und besonders w\u00e4hrenddessen.<\/p>\n<h2><strong>Eine Erh\u00f6hung der Resilienz der globalen Logistiknetze<\/strong><\/h2>\n<figure id=\"attachment_187430\" aria-describedby=\"caption-attachment-187430\" style=\"width: 342px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-187430\" src=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-3-1.jpeg\" alt=\"Logistikbranche\" width=\"342\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-3-1.jpeg 1800w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-3-1-300x180.jpeg 300w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-3-1-1024x614.jpeg 1024w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-3-1-768x461.jpeg 768w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-3-1-1536x922.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-187430\" class=\"wp-caption-text\">Eine Abkehr von Just-in-Time mit deutlich verst\u00e4rker Lagerhaltung ist eine der wenigen M\u00f6glichkeiten, Logistiknetze wieder krisensicherer zu machen.<br \/>(stock.adobe.com \u00a9 tiero)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der derzeitige Energiepreisschock zeigt insbesondere der Transportlogistik, wie gro\u00df die diesbez\u00fcglichen Rohstoffabh\u00e4ngigkeiten sind. Und die Pandemie war ein \u00fcberdeutlicher Indikator daf\u00fcr, wie anf\u00e4llig eine \u00fcber viele Staaten und den halben Erdball gespannte Kette von logistischen und produktionstechnischen Prozessen sein kann.<\/p>\n<p>Hier besteht die gro\u00dfe Herausforderung darin, sich m\u00f6glichst rasch weniger anf\u00e4llig f\u00fcr solche St\u00f6rungen zu machen.<\/p>\n<h4><strong>Fakten und Indikatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Allein die Metallbranche als extrem gro\u00dfer global Player zeigt, <a href=\"https:\/\/dorp.de\/stoerung-der-lieferketten-in-der-metallbranche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie viele Quellen f\u00fcr St\u00f6rungen es hierbei geben kann<\/a>. Sie reichen von zwangsl\u00e4ufigen Umwegen aus politischen Gr\u00fcnden (etwa Hafenschlie\u00dfungen oder das schon erw\u00e4hnte Schwarze Meer), ziehen sich \u00fcber personelle Ausf\u00e4lle (beispielsweise durch Corona oder, im Falle Russlands und der Ukraine, durch Kriegsfolgen) und enden bei solchen Ausnahmen wie dem Feststecken der \u201eEver Given\u201c im Suez-Kanal l\u00e4ngst noch nicht.<\/p>\n<p>Die Hans B\u00f6ckler Stiftung etwa beziffert eine Steigerung des globalen Handels am weltweiten Bruttoinlandsprodukt auf 21 Prozent \u2013 allein zwischen den Jahren 1990 und 2011. Dadurch wird die Weltwirtschaft immer abh\u00e4ngiger von st\u00e4ndig perfekt funktionierenden Ketten.<\/p>\n<p>Blo\u00df: In j\u00fcngster Zeit belaufen sich die Kosten durch Lieferkettenst\u00f6rungen auf rund 184 Millionen Euro j\u00e4hrlich \u2013 durchschnittlich und in jedem Unternehmen. Bei der deutschen Industrie waren <a href=\"https:\/\/www.dihk.de\/de\/aktuelles-und-presse\/aktuelle-informationen\/lieferketten-probleme-haben-sich-weiter-verschaerft-67866\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zuletzt 84 Prozent von mittleren bis erheblichen Lieferschwierigkeiten betroffen<\/a>.<\/p>\n<h4><strong>M\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/h4>\n<p>Die Logistikbranche l\u00e4sst sich in dieser Hinsicht kaum losgel\u00f6st von den restlichen Produktions- und Wertsch\u00f6pfungsprozessen betrachten. Einmal mehr hat sie deshalb nicht alle F\u00e4den in der Hand, um diese Herausforderungen allein zu meistern. Jedoch gibt es durchaus einige wenige Ans\u00e4tze:<\/p>\n<ul>\n<li>Lieferketten m\u00fcssen insgesamt flexibler gestaltet werden. Im Prinzip muss es zu jedem Kettenglied jederzeit mindestens eine Ausweichm\u00f6glichkeit geben, auf die ohne gro\u00dfe Schwierigkeiten umgesteuert werden kann.<\/li>\n<li>Es muss eine generelle Abkehr von Single Sourcing in jeglicher Auspr\u00e4gung geben.<\/li>\n<li>Logistikbetriebe m\u00fcssen st\u00e4rker zu einer umfassenden Lagerhaltung zur\u00fcckkehren und diese M\u00f6glichkeit ihren Auftraggebern kommunizieren. Lagerhaltung allein mag zwar kein Allheilmittel sein, kann jedoch verschiedene St\u00f6rungen gut abfedern.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Der vielerorts zu geringe Digitalisierungsgrad<\/strong><\/h2>\n<figure id=\"attachment_187429\" aria-describedby=\"caption-attachment-187429\" style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-187429\" src=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-4-1.jpeg\" alt=\"Logistikbranche\" width=\"278\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-4-1.jpeg 1620w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-4-1-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-4-1-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-4-1-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-4-1-1536x1024.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-187429\" class=\"wp-caption-text\">Teile der (deutschen) Logistik sind geradezu erschreckend analog und verst\u00e4rken dadurch die Auswirkungen des Fachkr\u00e4ftemangels.<br \/>(stock.adobe.com \u00a9 Roman)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Viele m\u00f6gen die Logistik als eine sehr digitale Branche ansehen \u2013 etwa durch den Verweis auf Kommissionier-Roboter und \u00e4hnliche Techniken. Ja, in der Tat gibt es Unternehmen, die hier zur Spitze z\u00e4hlen. Und was Prozesse anbelangt, ist der Digitalisierungsgrad der Branche tats\u00e4chlich mindestens \u201egut\u201c.<\/p>\n<p>Insgesamt hat die (deutsche) Logistik, und hier speziell der Transport, jedoch einen gro\u00dfen digitalen Nachholbedarf. Dieser muss schleunigst angegangen werden.<\/p>\n<h4><strong>Fakten und Indikatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Tats\u00e4chlich hat die Branche hierzulande zuletzt sogar R\u00fcckschritte gemacht. In einer j\u00fcngst erhobenen Studie kam heraus, dass sich Verkehr und Logistik in Sachen Digitalisierung zwischen 2020 und 2021 um 5,3 Prozentpunkte verschlechterten. Damit geh\u00f6rt die Doppelbranche zu den am geringsten digitalisierten der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Die Folgen sind ebenfalls verheerend:<\/p>\n<ul>\n<li>Prozesse sind zu personalintensiv. Dadurch sind sie unn\u00f6tig teuer und zudem anf\u00e4lliger f\u00fcr Fehler und St\u00f6rungen aller Art. Das belastet vor allem die hiesige Branche, weil ausl\u00e4ndische (= digital besser aufgestellte) Betriebe bevorteilt werden.<\/li>\n<li>Die Branche wird von weiten Teilen einer digitalpositiv eingestellten Jugend kritischer gesehen, wodurch sich der Personalmangel noch versch\u00e4rft.<\/li>\n<li>Es entstehen mit jedem Jahr gr\u00f6\u00dfere L\u00fccken zu anderen Branchen \u2013 solchen, die auf eine \u201eLogistik auf digitaler Augenh\u00f6he\u201c angewiesen sind. Diese Schieflage kann weite Kreise ziehen.<\/li>\n<li>Ebenfalls wird das Vers\u00e4umnis immer gr\u00f6\u00dfer. Dadurch werden dringend notwendige Nachholprozesse st\u00e4ndig aufwendiger, teurer \u2013 und abschreckender.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier muss sich die deutsche Logistik ihrer Bedeutung bewusstwerden. In anderen L\u00e4ndern hapert es zwar ebenfalls mit der Digitalisierung, das sollte jedoch keinesfalls eine Ausrede sein, sondern eher Ansporn, um die eigene Situation zu \u00e4ndern.<\/p>\n<h4><strong>M\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/h4>\n<p>Diese Herausforderung hat die (deutsche) Logistik komplett selbst in der Hand. Nein, das bedeutet nicht ein Digitalisieren um des Digitalisierens Willen. Wohl aber muss die Branche in ihrer Breite erkennen, wie wichtig eine Umorientierung ist \u2013 und wie vorteilhaft sie sein kann.<\/p>\n<p>Letztendlich bedeutet jede einzelne digitale Transformation eine mittel- bis langfristige Ersparnis mit sofortiger Prozessoptimierung. <a href=\"http:\/\/logistik-digitalisierung.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Digitalisierungswerkzeuge-in-der-Logistik-Einsatzpotentiale-Reifegrad-....pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die M\u00f6glichkeiten sind riesig<\/a>. Letztendlich braucht es hier vor allem Willen, nicht einmal so sehr Investitionsmittel \u2013 zumindest nicht so stark, wie in vielen Unternehmen angenommen wird. Zumal die Digitalisierung der wichtigste Schl\u00fcssel ist, um eine weitere Branchenherausforderung anzugehen:<\/p>\n<h2><strong>Ein immer dr\u00e4ngenderer Nachwuchsmangel<\/strong><\/h2>\n<figure id=\"attachment_187428\" aria-describedby=\"caption-attachment-187428\" style=\"width: 344px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-187428\" src=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-5-1.jpeg\" alt=\"Logistikbranche\" width=\"344\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-5-1.jpeg 1620w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-5-1-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-5-1-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-5-1-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-5-1-1536x1024.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-187428\" class=\"wp-caption-text\">Insbesondere bei Berufen ohne Studienabschluss mangelt es der Logistik allerorts an Nachwuchs \u2013 in Teilen ist das jedoch ein gesamtgesellschaftliches Problem.<br \/>(stock.adobe.com \u00a9 pikselstock)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer diese Zeilen als Logistiker liest, kann sich gerne selbst fragen, wie es in seinem Unternehmen in Sachen Altersdurchschnitt und Auszubildendenzahlen aussieht. Mit einiger Wahrscheinlichkeit d\u00fcrfte es deutlich schlechter aussehen als noch vor zehn, f\u00fcnfzehn Jahren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, es gibt derzeit nur wenige Branchen, die gar keine Nachwuchssorgen haben. In der Logistik ist die Lage jedoch besonders dramatisch \u2013 und wirkt sich \u00fcberdies deutlich st\u00e4rker aus, weil die Branche eine so gro\u00dfe Systemrelevanz besitzt.<\/p>\n<h4><strong>Fakten und Indikatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Es ist nur wenige Jahre her, da konnten verschiedene Stellen erfreut einen Anstieg bei den Auszubildendenzahlen im Bereich Kaufmann\/-frau f\u00fcr Spedition und Logistikdienstleistung vermelden. 5.610 neue Azubis gab es anno 2016 in diesem Beruf.<\/p>\n<p>Heute hingegen ist von diesem einstigen Hoffnungsschimmer nicht mehr viel \u00fcbrig. 4.302 Vertr\u00e4ge <a href=\"https:\/\/www.dihk.de\/resource\/blob\/47836\/ddb56f26823aab09dbb3981afe04d6d3\/statistik-ausbildung-2020-data.pdf#page=11\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wurden 2020 nur noch abgeschlossen<\/a>. Damit liegt dieser Beruf meilenweit von den Top 20 aller Ausbildungsberufe entfernt. Insgesamt wurden in diesem Jahr im gesamten Verkehr- und Transportgewerbe sogar nur 10.787 Neuvertr\u00e4ge abgeschlossen und gab es lediglich 31.096 Azubis aller Ausbildungsjahre.<\/p>\n<p>Das trifft auf eine Branche, in der j\u00e4hrlich nur bei den Fernfahrern zirka 30.000 in Rente gehen und bereits eine L\u00fccke von 70.000 Fahrern klafft. Die 3.062 neuen Ausbildungsvertr\u00e4ge f\u00fcr Berufskraftfahrer wirken dagegen fast schon ironisch.<\/p>\n<p>Dementsprechend wird die Personalfrage in praktisch allen Betrieben zu einer immer gr\u00f6\u00dferen, streckenweise sogar existenzbedrohenden Frage.<\/p>\n<h4><strong>M\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/h4>\n<p>Herausforderungen lassen sich l\u00f6sen, Probleme hingegen kaum. Tats\u00e4chlich hat die Branche vielfach einen Punkt \u00fcberschritten, hinter dem sich die Nachwuchsfrage kaum noch auf menschlichem Weg kl\u00e4ren l\u00e4sst:<\/p>\n<ul>\n<li>Einerseits gibt es schlicht zu wenige junge Menschen, weil hierzulande schon seit Jahren zu wenige Kinder geboren werden und zudem nicht gen\u00fcgend Nachwuchs aus anderen Staaten nachr\u00fcckt.<\/li>\n<li>Andererseits haben Ausbildungsberufe generell einen immer schlechteren Stand. 2021 etwa betrug die Studienanf\u00e4ngerquote 55,5 Prozent. Mehr als die H\u00e4lfte eines Jahrgangs ergreift also mittlerweile ein Studium und ist somit f\u00fcr Ausbildungsberufe oft verloren. Und der Rest geht nicht unbedingt in die Logistik, sondern wendet sich als attraktiver wahrgenommenen Berufsbildern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich muss die Branche dennoch ihre Attraktivit\u00e4t steigern. Das geht nur durch zielgruppengem\u00e4\u00dfes Recruiting und deutlich umfassendere Image-Kampagnen. Mittelfristig kann diese Strategie jedoch nur verz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Der tats\u00e4chlich einzige langfristige Ausweg aus der Misere ist eine deutlich verst\u00e4rkte Digitalisierung in jedem Bereich. Nur sie kann als \u201eForce Multiplier\u201c die Leistungsf\u00e4higkeit bestehender Mitarbeiter steigern und gleichsam die Abh\u00e4ngigkeit von zus\u00e4tzlichen Fachkr\u00e4ften reduzieren.<\/p>\n<h2><strong>Die Implementierung autonomer Fahrzeuge<\/strong><\/h2>\n<figure id=\"attachment_187426\" aria-describedby=\"caption-attachment-187426\" style=\"width: 319px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-187426\" src=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-7-1.jpeg\" alt=\"Logistikbranche\" width=\"319\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-7-1.jpeg 1620w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-7-1-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-7-1-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-7-1-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/67049-Bild-7-1-1536x1024.jpeg 1536w\" sizes=\"(max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-187426\" class=\"wp-caption-text\">Autonome LKW sind f\u00fcr die Branche Segen und Fluch zugleich \u2013 je nachdem, von welchem Punkt einer Zeitleiste man auf die Technik blickt.<br \/>(stock.adobe.com \u00a9 Ondra)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt in der Logistik nur wenige andere Herausforderungen, die so sehr die Unterschiede zwischen kurzfristigen Problemstellungen auf der einen Seite und mittel- bis langfristigen auf der anderen aufzeigen, wie das Thema Fahrzeuge.<\/p>\n<p>Mittel- bis langfristig werden autonome Fahrzeuge vor allem der Transportlogistik eine unsch\u00e4tzbare Hilfe sein, weil sie den Fahrermangel effektiv an der Wurzel fassen. Kurzfristig hingegen erzeugt die nahende Einf\u00fchrung eine Situation, in der Nachwuchs abgeschreckt wird. Kaum jemand steigt in ein Berufsfeld ein, dessen baldiges Ende vorauszusehen ist.<\/p>\n<h4><strong>Fakten und Indikatoren<\/strong><\/h4>\n<p>Eine gro\u00dfe Schwierigkeit besteht hierbei in einem deutlichen Unterschied zwischen breitmedialem Gesamtbild und technischer Realit\u00e4t:<\/p>\n<ul>\n<li>Einerseits vergeht praktisch keine Woche, ohne dass ein gro\u00dfes Medium suggeriert, selbstfahrende Transporter, LKW und \u00e4hnliche Fahrzeuge w\u00e4ren praktisch h\u00f6chstens noch wenige Jahre von einem breiten Einsatz entfernt.<\/li>\n<li>Andererseits jedoch sind autonome Fahrzeuge nicht nur <a href=\"https:\/\/www.adac.de\/rund-ums-fahrzeug\/ausstattung-technik-zubehoer\/autonomes-fahren\/grundlagen\/autonomes-fahren-5-stufen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in verschiedene Klassen unterteilt<\/a>, sondern werden diese noch buchst\u00e4blich Jahrzehnte ben\u00f6tigen, bis sie jeden Einsatzbereich eines menschlichen Fahrers bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Allein bis eine wirklich l\u00fcckenlose und redundante 5G-Abdeckung in ganz Europa besteht, werden die 2020er vergehen \u2013 und ohne 5G ist kein vollautonomer Betrieb m\u00f6glich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich arbeiten die Hersteller mit Hochdruck am autonomen Truck. Nat\u00fcrlich gibt es bereits einen Testbetrieb. Bis solche Fahrzeuge jedoch *\u00fcberall* aus technischen und gesetzlichen Gr\u00fcnden fahren k\u00f6nnen, werden jedoch die 2030er vergehen.<\/p>\n<p>Daimler Trucks etwa <a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/auto\/news_n_trends\/kommt-jetzt-der-durchbruch-fuers-autonome-fahren-zu-wenig-chauffeure-foerdern-selbstfahrende-lkw-id17779660.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">will ab 2030 LKW Level 4 auf die Stra\u00dfe bringen<\/a> \u2013 wobei selbst dann vielfach noch ein Fahrer an Bord sein muss. Denn solche Fahrzeuge k\u00f6nnen nur auf bestimmten Routen vollautonom fahren, etwa auf Autobahnen. Bis Fahrzeuge auf dem Markt sind, die s\u00e4mtliche Strecken selbstt\u00e4tig bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, d\u00fcrften die 2040er angebrochen sein.<\/p>\n<p>Ein bedeutender Grund f\u00fcr diese lange Zeitspanne: Die gro\u00dfen Tech-Konzerne, die als wichtigste Entwickler autonomer Techniken gelten, sind weniger an der Logistik interessiert. Ihre Gesch\u00e4ftsmodelle orientierten sich an Abo- und Mietprodukten. Dadurch ist der Personentransport ungleich interessanter. Dementsprechend spielen autonome Techniken f\u00fcr das Transportwesen eine nachgeordnete Rolle \u2013 und was f\u00fcr PKW und Busse entwickelt wird, muss sich nicht zwangsl\u00e4ufig f\u00fcr den Transport eignen.<\/p>\n<h4><strong>M\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/h4>\n<p>Heute schreckt autonomes Fahren Nachwuchskr\u00e4fte ab, morgen wird es ihre Notwendigkeit dramatisch reduzieren. Derzeit steckt die Logistikbranche deshalb in einer echten Zwickm\u00fchle, an der sich nur wenig \u00e4ndern l\u00e4sst:<\/p>\n<ul>\n<li>Vor allem die Verb\u00e4nde m\u00fcssen eine Kommunikationshoheit gegen\u00fcber den Medien einnehmen. Hier m\u00fcssen potenzielle Nachwuchskr\u00e4fte auf ihren Kommunikationskan\u00e4len mit realistischen Informationen und seri\u00f6sen Zeitr\u00e4umen versorgt werden. Tenor: Autonomes Fahren wird kommen, aber sicherlich nicht in den 2020ern und f\u00fcr alle Unternehmen gleichzeitig. Jobs sind also noch f\u00fcr einige Zeit gesichert.<\/li>\n<li>Aus der Branche m\u00fcssen Impulse kommen, um die Entwicklung zu beschleunigen. Nur das autonome Fahren kann den Fahrermangel tats\u00e4chlich beenden, alles andere ist lediglich eine tempor\u00e4re Ma\u00dfnahme.<\/li>\n<li>Wenn die ersten Fahrzeuge dieses Typs auf den Markt kommen, darf es keine Verweigerungshaltungen geben. Das aber wiederum setzt eine m\u00f6glichst rasch erfolgende \u201egeistige Digitalisierung\u201c in der Branche voraus, damit sich ein insgesamt digitalpositiveres Denken etablieren kann.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Zusammenfassung und Fazit<\/strong><\/h2>\n<p>Die Logistikbranche insgesamt, sowie nur auf Europa und Deutschland bezogen, steht derzeit gleichsam vor einer der komplexesten Herausforderungen ihres Bestehens und einem Scheideweg.<\/p>\n<p>Der Mangel an menschlichem Personal sowie die extrem angestiegenen Kraftstoffpreise d\u00fcrften zwar f\u00fcr viele Betriebe derzeit die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten sein. Insgesamt jedoch befindet sich die ganze Branche derzeit in einem Transformationsprozess. Er zeigt sich im langsamen Ende von Verbrennungsmotoren ebenso wie im kaum schnelleren Aufkommen von autonomen Techniken und einem tiefgreifenden Gesellschaftlichen Wandel.<\/p>\n<p>Fest steht hierbei nur eines: Dieser Transformationsprozess wird noch einige Jahre andauern und dann recht z\u00fcgig enden. Ob die Logistik dann jedoch besser dasteht, h\u00e4ngt im H\u00f6chstma\u00df davon ab, welche Weichen sie in der Gegenwart und nahen Zukunft stellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, \u00fcber einen Mangel an Arbeit und Bedeutung kann sich die globale Logistikbranche sicherlich nicht beklagen. Ganz im Gegenteil, niemals war diese gigantische, extrem leistungsf\u00e4hige Maschine so wichtig wie in der heutigen Zeit. Allerdings gibt es vieles, was besser laufen k\u00f6nnte. Besonders unter dem Eindruck derzeitiger und mittelfristiger Herausforderungen tritt das \u00fcberdeutlich zutage. 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