{"id":56355,"date":"2021-08-11T13:23:31","date_gmt":"2021-08-11T11:23:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.saloodo.com\/?p=56355"},"modified":"2023-10-24T14:03:58","modified_gmt":"2023-10-24T12:03:58","slug":"wirtschaft-setzt-weiter-auf-globale-lieferketten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.saloodo.com\/de\/blog\/wirtschaft-setzt-weiter-auf-globale-lieferketten\/","title":{"rendered":"Wirtschaft setzt weiter auf globale Lieferketten"},"content":{"rendered":"<p>In der <a href=\"https:\/\/www.ifo.de\/publikationen\/2021\/monographie-autorenschaft\/internationale-wertschoepfungsketten-reformbedarf-und\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktuellen Befragung<\/a> von 5000 deutschen Unternehmen zeigt sich, dass die meisten Firmen wenig an ihrer Materialbeschaffung \u00e4ndern wollen. Um die Resilienz der Lieferketten zu steigern, wird aber der Ausbau von Lagerm\u00f6glichkeiten und die Ausweitung des Lieferantennetzwerks angetrieben. 44 Prozent der Unternehmen im Industriesektor gaben in der Befragung an, ihre Beschaffungsmethoden anzupassen \u2014 insbesondere dann, wenn sie mit <a href=\"https:\/\/www.saloodo.com\/logistik-lexikon\/lieferkette\">Lieferketten<\/a> zu k\u00e4mpfen haben. \u201eIndustrieunternehmen geben h\u00e4ufiger an, ihre Beschaffungsstrategie zu ver\u00e4ndern, wenn sie von Materialmangel betroffen sind\u201c, so Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums f\u00fcr Au\u00dfenwirtschaft. Beim Gro\u00dfhandel liegt der Wert bei 35 Prozent, im Einzelhandel sind es 27 Prozent. Im Dienstleistungssektor planen lediglich zehn Prozent eine andere Beschaffungsstrategie.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.saloodo.com\/de\/blog\/saloodo-rollt-digitale-frachtplattform-global-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlie\u00dfen Sie sich jetzt der internationalsten Stra\u00dfeng\u00fcterverkehrsplattform der Welt an! Mehr Infos hier&#8230;<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Sowohl Lisandra Flach als auch Jan Cernicky, Wirtschaftsexperte bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, bewerten eine Umverlagerung der Beschaffung nach Deutschland als kritisch. Diese sei nachteilig f\u00fcr die nationale und internationale Wirtschaftslage, denn die Umstrukturierung sei \u201cunn\u00f6tig\u201d und zudem \u201cimmens kostenintensiv\u201d, so Cernicky.<\/p>\n<h2>Aufwand f\u00fcr kleinere Unternehmen zu gro\u00df<\/h2>\n<p>Insbesondere f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen ist der Aufbau von Handelsbeziehungen ins Ausland verglichen mit ihrem Ertrag sehr aufw\u00e4ndig. Hier schl\u00e4gt die Studie Anpassungen von Handelsabkommen und Ursprungsregeln vor, die es den <a href=\"https:\/\/www.saloodo.com\/de\/blog\/fallstricke-beim-frachtversand-fuer-kleinere-unternehmen\/\">KMU<\/a> erleichtern k\u00f6nnten, neue Beschaffungsm\u00f6glichkeiten zu nutzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-56358\" src=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lieferketten_body-300x130.jpg\" alt=\"Trotz der Disruption der Lieferketten w\u00e4hrend der Pandemie setzen Unternehmen weiterhin auf eine globale Supply Chain\" width=\"300\" height=\"130\" srcset=\"https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lieferketten_body-300x130.jpg 300w, https:\/\/www.saloodo.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Lieferketten_body.jpg 700w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die Corona-Pandemie hatte eine Debatte \u00fcber die R\u00fcckholung von Produktion nach Deutschland ausgel\u00f6st, nachdem medizinische G\u00fcter wie Masken oder Schutzanz\u00fcge im Ausland kaum zu beschaffen waren. Aktuell beklagt die Wirtschaft \u2013 vor allem der Automotive-Bereich \u2013 einen massiven Mangel an wichtigen Vorprodukten wie Mikrochips. Gro\u00dfunternehmen setzen dem Ifo-Institut zufolge auf eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl an Zulieferern, w\u00e4hrend kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen mehr Lagerhaltung planen.<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckverlagerung der Produktion nach Deutschland oder ins nahe gelegene Ausland w\u00fcrde der Studie zufolge zu hohen Wohlstandsverlusten f\u00fchren. So k\u00f6nne es beispielsweise der Fall sein, dass Zwischeng\u00fcter in Deutschland produziert werden m\u00fcssten, obwohl diese zuvor kosteng\u00fcnstiger und eventuell sogar qualitativ hochwertiger aus dem Ausland bezogen wurden. Das schade der Wettbewerbsf\u00e4higkeit. \u201eBei einer R\u00fcckverlagerung k\u00f6nnte die reale Wirtschaftsleistung Deutschlands um fast zehn Prozent zur\u00fcckgehen\u201c, sagte Flach. Gleiches gelte f\u00fcr die R\u00fcckverlagerung der Produktion zu europ\u00e4ischen Nachbarn. In diesem Fall w\u00fcrde die deutsche Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent sinken. \u201eEin solches Reshoring w\u00e4re dar\u00fcber hinaus f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft immens kostenintensiv\u201c, erg\u00e4nzte Cernicky.<\/p>\n<p>Die Wertsch\u00f6pfungsketten innerhalb der EU spielen der Untersuchung zufolge aus deutscher Perspektive mit Abstand die wichtigste Rolle. Die deutsche Wirtschaft allein sei als Zulieferer f\u00fcr China und die USA weniger bedeutend. Werde die EU aber als Ganzes betrachtet, sei sie sowohl f\u00fcr China als auch f\u00fcr die USA der wichtigste Zulieferer von Zwischenprodukten. \u201eDiese wechselseitigen Abh\u00e4ngigkeiten zwischen China und der EU k\u00f6nnen die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine aggressive Handelspolitik verringern, da beide Seiten bei einem Handelskonflikt viel zu verlieren h\u00e4tten\u201c, sagte Flach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Befragung von 5000 deutschen Unternehmen zeigt sich, dass die meisten Firmen wenig an ihrer Materialbeschaffung \u00e4ndern wollen. 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