{"id":6858,"date":"2018-06-04T13:10:17","date_gmt":"2018-06-04T13:10:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.saloodo.com\/?p=6858"},"modified":"2023-10-24T14:02:54","modified_gmt":"2023-10-24T12:02:54","slug":"das-zweitaelteste-gewerbe-der-welt-wird-digital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.saloodo.com\/de\/blog\/das-zweitaelteste-gewerbe-der-welt-wird-digital\/","title":{"rendered":"Das zweit\u00e4lteste Gewerbe der Welt wird digital"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin: 12.0pt 0cm 12.0pt 0cm;\">Die Transportindustrie ist die Kraft, die hinter der Globalisierung steckt und ist zu einem Besch\u00e4ftigungsmotor der weltweiten Wirtschaft geworden. Aber das Transportgesch\u00e4ft ist ein sehr hemds\u00e4rmliches Gesch\u00e4ft \u2013 normalerweise nichts f\u00fcr Absolventen von Elite-Universit\u00e4ten oder Technik-Freaks.<\/p>\n<p>Doch das \u00e4ndert sich gerade. Wie kaum in einer anderen Industrie wird die Digitalisierung die Logistikunternehmen ver\u00e4ndern. Das ist inzwischen auch auf den Management-Ebenen angekommen. Bei Deutsche Post DHL Group, mit rund 520.000 weltweit Besch\u00e4ftigten eine der Perlen der deutschen Wirtschaft, beispielsweise versucht man mit neuen Gesch\u00e4ftsmodellen die Marktf\u00fchrerschaft zu behalten und Digital Natives anzulocken.<\/p>\n<h2>Die Tech-Giganten treiben die Innovationen in der Logistik-Industrie<\/h2>\n<p>Die Logistik-Industrie ist ein riskantes Gesch\u00e4ft. Politische oder naturbedingte Krisen wirken sich unmittelbar auf den Handel und damit den Bedarf an Transportleistungen aus. Die Margen sind niedriger als in anderen Industrien, \u00dcberkapazit\u00e4ten dr\u00fccken auf die Preise, zunehmende Umweltauflagen erh\u00f6hen die Kosten, die notwendige Infrastruktur, wie Stra\u00dfen und Gleise, ist \u00fcberlastet.<\/p>\n<p>Jetzt bedroht eine neue Technologie den Markt: 3D-Druck. Die Technologie existiert schon seit ca. 20 Jahren und wurde bisher nur zur Entwicklung von Prototypen eingesetzt. Inzwi-schen ist die Technologie jedoch weit fortgeschritten. Immer mehr und immer komplexere Produkte lassen sich drucken, inzwischen sogar Lebensmittel, ganze H\u00e4user und Karosserien von Autos. Damit kann die Produktion einer Ware dort erfolgen, wo sie ben\u00f6tigt wird \u2013 und der Transport entf\u00e4llt. Erste Unternehmen beginnen damit ihre Ersatzteilversorgung auf 3D-Druck umzustellen. Jetzt reagiert auch einer der Tech-Giganten: Mit seinen 3D-Printing-Trucks will Amazon die Produktion von Waren gleich selbst \u00fcbernehmen und sie dann auch noch an den Kunden ausliefern.<\/p>\n<p>Noch gr\u00f6\u00dferes Ver\u00e4nderungspotenzial wird dem Internet der Dinge (IoT) zugeschrieben. Je-de Maschine ist an das Internet angebunden und kann Informationen senden und empfan-gen. Es entsteht ein globales Nervensystem der totalen Vernetzung. Das Internet der Dinge erm\u00f6glicht den Informationsaustausch aller am Supply Chain Prozess beteiligten Akteure: eine verbesserte Planung, Kontrolle und Steuerung zu Gunsten der Unternehmen und Kunden sind die Folge. Informationen erm\u00f6glichen Innovationen, bessere Entscheidungen, beschleunigen die Prozesse und reduzieren die Kosten bei gleichzeitig steigender Kundenzufriedenheit. Informationen werden deshalb ein entscheidender Produktionsfaktor und m\u00fcssen in jeder Unternehmensstrategie eine wichtige Komponente darstellen. Aber wieder sind es die Tech-Giganten in den USA, die zuerst mit neuen Logistik-Konzepten reagieren. Amazon erhofft sich vom Einsatz von \u201econnected\u201c-Drohnen die Lieferzeit in St\u00e4dten deutlich zu reduzieren (PrimeAir). Rolls Royce entwickelt \u201econnected\u201c-Drohnen-Container-Schiffe und Google das selbst fahrende Auto \u2013 nat\u00fcrlich auch \u201econnected\u201c. Wearable devices von Google revolutionieren die Art, wie die Logistik-Mitarbeiter mit ihrer Umgebung interagieren: ben\u00f6tigte Waren in den Regalen werden mittels Google Glass angezeigt, eingescannt und automatisch verbucht.<\/p>\n<h2>Bleiben die traditionellen Logistiker auf der Strecke?<\/h2>\n<p>Kosten- und Wettbewerbsdruck werden die Digitalisierung weiter vorantreiben. Die Wertsch\u00f6pfungskette wird sich dramatisch ver\u00e4ndern und die Bedeutung von datenbasierten Services wird weiter steigen. Mobilit\u00e4t und Transport sind einfache Ziele der digitalen Wirtschaft und werden die etablierten Unternehmen in den direkten Wettbewerb mit den digitalen Unternehmen f\u00fchren. Die Tech-Giganten haben gerade erst begonnen, den Markt zu transformieren. In anderen Branchen musste man die Erfahrung machen, dass sich daraus in k\u00fcrzester Zeit monopolartige Stellungen bilden k\u00f6nnen. Dem stehen viele etablierte Unter-nehmen geradezu hilflos gegen\u00fcber. In der \u201ealten\u201c Welt kannten sie Ihre Konkurrenten und deren St\u00e4rken und Schw\u00e4chen \u2013 in der digitalen Welt kommen die \u201eneuen\u201c Platzhirsche nun aus einer anderen, der High-Tech Welt.<\/p>\n<p>Dies best\u00e4tigt auch eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Studie. In dieser erwarten 61% der befrag-ten Unternehmensvertreter das Entstehen weiterer Monopole und 73% das Auftreten neuer digitaler Wettbewerber. 69% glauben, dass der digitale Kundenzugang zuk\u00fcnftig erfolgskritisch sein wird. (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.e-fi.de\/fileadmin\/Innovationsstudien_2016\/StuDIS_13_2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gesch\u00e4ftsmodelle in der digitalen Wirtschaft. M\u00fcller, Simon. C., uva..: In: Studien zum deutschen Innovationssystem, 13\/2016<\/a>)<\/p>\n<h2>Digitale Start-ups oder Digitale Transformation<\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich muss bei der digitalen Transformation zwischen der Entwicklung einer neuen digitalen Organisation und der Digitalisierung der traditionellen Organisation unterschieden werden.<\/p>\n<p>Der Aufbau eines digitalen Start-ups bringt einige Vorteile mit sich. So sind diese meist schneller, agiler, innovativer und kosteng\u00fcnstiger als die traditionellen Organisationen. Das liegt unter anderem daran, dass man sich nicht mit Altsystemen und -strukturen besch\u00e4ftigen muss. Genauso viel z\u00e4hlt, dass auch alteingesessene Gewohnheiten bei der Belegschaft nicht ver\u00e4ndert werden m\u00fcssen. Stattdessen kann man hochqualifizierte und spezialisierte Mitarbeiter rekrutieren, flache organisatorische Strukturen etablieren und auf Basis verl\u00e4sslicher Informationen entscheidungsf\u00e4hig sein. Technisch kann man auf die aktuellste Technologie setzen \u2013 h\u00e4ufig auf IT-L\u00f6sungen aus der Cloud \u2013 und damit effiziente Kostenstrukturen schaffen.<\/p>\n<p>Andererseits fehlt es den digitalen Start-ups zu Beginn h\u00e4ufig am notwendigen Branchen-Knowhow, an Partnerorganisationen und einer ausreichenden Kundenbasis. Daraus folgt, dass man zun\u00e4chst nur \u00fcber geringe Einnahmenquellen verf\u00fcgt und viel Geld in die Bekanntheit des Unternehmens stecken muss, um die kritische Masse an Kunden zu erreichen.<\/p>\n<h2>Mit Mach 1 in die digitale Welt<\/h2>\n<p>Dies galt auch f\u00fcr Saloodo! und zus\u00e4tzlich gab es hier weitere Herausforderungen, da die Logistik digitale Innovationen langsamer eingef\u00fchrt hat als andere Branchen. Doch nach mehr als einem Jahr auf dem Markt, wechseln immer mehr Verlader und Transportunternehmen zu Saloodo!. Mit seinem digitalen Marktplatz f\u00fcr Logistikleistungen positioniert sich das K\u00f6lner Start-up zwischen Logistikdienstleistern und Kunden. Dabei werden drei zentrale Probleme des Stra\u00dfeng\u00fcterverkehrs gel\u00f6st:<\/p>\n<ol>\n<li>Geringe Transparenz aufgrund des stark fragmentierten Marktes mit vielen Kleinstanbietern von Transportleistungen<\/li>\n<li>Geringe Marge verursacht durch hohe administrative Kosten und geringe IT Unterst\u00fctzung<\/li>\n<li>Optimierung der Transportauslastung und Reduktion von Belastungen f\u00fcr Umwelt und Infrastruktur<\/li>\n<\/ol>\n<p>Im Daily Business ist es wichtig f\u00fcr Saloodo!, sich eine Start-up-Mentalit\u00e4t zu bewahren, innovativ und agil zu sein: \u201eWir haben uns unsere eigene Kultur geschaffen, die viel mehr an die von Google erinnert als an ein Logistik-Unternehmen. Bei all den Herausforderungen, denen wir als Start-up jeden Tag begegnen, fokussieren wir uns immer auf die L\u00f6sung und nicht das Problem. Inzwischen interessieren sich auch andere traditionelle Organisationen daf\u00fcr, wie wir arbeiten und diese Resultate in so kurzer Zeit erreichen konnten\u201c, erkl\u00e4rt Thomas Grunau, CEO von Saloodo!.<\/p>\n<h2>Online-Marktplatz: The winner takes it all<\/h2>\n<p>Wie kaum ein anderer Markt wird die Logistikbranche durch die Digitalisierung transformiert. Urs\u00e4chlich daf\u00fcr sind die vielen Ineffizienzen, die sich aufgrund der Vielzahl der Akteure entlang der Wertsch\u00f6pfungskette und dem nicht durchg\u00e4ngigen Informationsaustausch ergeben. Diesen Sachverhalt versuchen Start-ups, Logistikkonzerne und Fahrzeughersteller auszunutzen und mit digitalen L\u00f6sungen und Gesch\u00e4ftsmodellen den etablierten Logistikern das Leben zu erleichtern. Wenn sie so ihre Transporter besser auszulasten, die Routen optimieren, ihre Administrationskosten senken, ihre Liefertreue erh\u00f6hen oder zum richtigen Zeitpunkt schlicht den richtigen Preis verlangen, zahlt sich das Umschwenken auf komplett digitale Prozesse auf jeden Fall aus \u2013 selbst wenn es zun\u00e4chst schwerfallen sollte, jahrelang etablierte Prozesse komplett zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Start-ups, Marktpl\u00e4tze, Logistiksystemanbieter kann es sich ebenfalls lohnen \u2013 nur nicht f\u00fcr alle. Denn nicht alle k\u00f6nnen an der Spitze der Wertsch\u00f6pfungskette stehen und den L\u00f6wenanteil kassieren. Dies wird nur einigen Wenigen vorbehalten bleiben. Meist etablieren sich monopolartige Strukturen, denn die Kunden wollen sich nicht auf verschiedenen Marktpl\u00e4tzen tummeln oder unterschiedliche Systeme bedienen. Sie werden sich danach richten, wo sie den h\u00f6chsten Nutzen zu vertretbaren Kosten finden \u2013 und der Nutzen ist meist dort am h\u00f6chsten, wo man die besten Angebote erh\u00e4lt und die administrativen Probleme gel\u00f6st werden. Warum dann noch woanders hingehen?<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p>Azhari, P., Faraby, N., Rossmann, Steimel, B., &amp; Wichmann, K.S. (2014). <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/downloads\/10773004\/1\/DTA_Report_neu.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Digital Transformation Report 2014<\/a>: neuland GmbH, WirtschaftsWoche<\/p>\n<p>Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie, &amp; Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung, (2015). <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/startschuss-zur-gruendung-der-plattform-industrie-4-0-953.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Startschuss zur Gr\u00fcndung der Plattform Industrie 4.0<\/a> (Pressmitteilung).<\/p>\n<p>DHL startet digitale Frachtplattform Cillox. Abgerufen am 20.4.2017: http:\/\/www.verkehrsrundschau.de\/dhl-startet-digitale-frachtplattform-cillox-1871692.html<\/p>\n<p>Employment in the EU transport sector: www.transport-research.info<\/p>\n<p>Gassmann, O., Frankenberger, K., Csik, M. (2014). The Business Model Navigator, Harlow, UK: Pearson Education.<\/p>\n<p>Iansiti, M. &amp; Lakhani, K.R. (2014): <a href=\"https:\/\/hbr.org\/2014\/11\/digital-ubiquity-how-connections-sensors-and-data-are-revolutionizing-business\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Digital Ubiquiy: How Connections, Sensors, and Data Are Revolutionizing Business<\/a>. Harvard Business Review (No. 2014).<\/p>\n<p>Lakhani, K. R., Herman, K., &amp; Snively, C. (2014): The thermostat industry: transformation from analog to digital. Harvard Business School Technical Note 615-038<\/p>\n<p>M\u00fcller, Simon C., B\u00f6hm, Markus uva. 2016: Gesch\u00e4ftsmodelle in der digitalen Wirtschaft. In: Studien zum deutschen Innovationssystem Nr. 13-2016<\/p>\n<p>Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014: Innovationstreiber IKT. Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bmwi.de<\/a><\/p>\n<p>Fahrerlose LKW k\u00f6nnte ich noch erleben. Abgerufen am 20.4.2017 <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/auto\/vw-vorstand-andreas-renschler-fahrerlose-lkw-koennte-ich-noch-erleben\/14574352.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/auto\/vw-vorstand-andreas-renschler-fahrerlose-lkw-koennte-ich-noch-erleben\/14574352.html<\/a><\/p>\n<p>Uhl, Axel, Gollenia, Lars: Digital Enterprise Transformation. A business driven approach to leveraging innovative technology. Gower 2014 Venture Capital: <a href=\"http:\/\/www.oliverwyman.de\/media-center\/2017\/Start-ups-rollen-Logistikbranche-auf.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Start-ups rollen die Logistikbranche auf<\/a>.<\/p>\n<p>Wir werden mehr und mehr zum Anbieter von Transportdienstleistungen. Abgerufen am 20.4.2017 <a href=\"http:\/\/www.handelskammer.se\/de\/nyheter\/wir-werden-mehr-und-mehr-zum-anbieter-von-transportdienstleistungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.handelskammer.se\/de\/nyheter\/wir-werden-mehr-und-mehr-zum-anbieter-von-transportdienstleistungen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Transportgewerbe gilt als eines der \u00e4ltesten und globalsten Gewerbe der Welt. 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