Die pessimistische Antwort auf diese Frage lautet: Die Automatisierung wird den Menschen ersetzen. 
Die Logistik-Berufe werden in Zukunft anspruchsvoller
Mit einem Umsatz von rund 240 Milliarden Euro ist die Logistik nach Automobilwirtschaft und Handel der drittgrรถรte Wirtschaftssektor in Deutschland. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. schรคtzt das Volumen des gesamteuropรคischen Logistikmarktes auf 960 Milliarden Euro. In Deutschland gibt es und drei Millionen Beschรคftigte, die in circa 60.000, hauptsรคchlich mittelstรคndischen, Unternehmen beschรคftigt sind. Dass diese Zahl im Zuge der Digitalisierung noch steigen wird, davon sind immerhin 43 Prozent der Unternehmen รผberzeugt. Nur 37 Prozent erwarten einen Rรผckgang. Zu diesem Ergebnis kommt eine reprรคsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom (โDigitalisierung sorgt fรผr mehr Jobs in der Logistikโ). 58 Prozent sind sich sogar sicher, dass die Zahl der Ausbildungsplรคtze fรผr Logistik-Fachkrรคfte zunehmen wird. Drei Viertel sind davon รผberzeugt, dass die Logistik insgesamt ein attraktiver Arbeitgeber bleibt.
Die Digitalisierung verรคndert unseren Begriff von Arbeit
Das โzweite Maschinenzeitalterโ, dessen Anfangsphase wir derzeit erleben, erfasst alle Lebensbereiche. Die digitale Revolution ermรถglicht es, Steuerungsaufgaben, die bislang klassisch von Menschen geleistet wurden, an Maschinen zu รผbergeben. Daher sind von der Digitalisierung nicht nur Berufe in Fertigung, Lager und Transport betroffen, sondern auch Bรผrojobs. Dort sitzen die Arbeitnehmer zwar lรคngst vor Computern. Der Umgang mit dem Computer allein ist jedoch keine Arbeitsplatz-Garantie. Die Delphi-Studie des Millennium Projects geht davon aus, dass alles, was automatisiert werden kann, auch automatisiert werden wird. Die Studie kommt u.a. deshalb zu dem Schluss, dass die Digitalisierung weltweit ein Viertel aller bisherigen Arbeitsplรคtze kosten kรถnnte.
Das wird nicht von heute auf morgen geschehen, sondern in einem Transformationsprozess, der die kommenden zehn bis zwanzig Jahre in Anspruch nimmt. Die Studie relativiert allerdings das Schreckgespenst der Massenarbeitslosigkeit, da sie davon ausgeht, dass in der neuen digitalen Gesellschaft der Begriff โArbeitโ eine neue Bedeutung entwickeln wird โ und damit auch der Begriff der Arbeitslosigkeit. Der klassische 9-to-5-Job wird seltener. Auch die heute รผbliche Erwerbsbiografie mit einer Ausbildung, evtl. Studium und ein, zwei oder drei Arbeitgebern bis zur Rente ist demnach ein Auslaufmodell.
Stattdessen werden Wissensnomaden und Algorithmen-Versteher ihre Dienste hรคufiger als heute freiberuflich anbieten. Auch das Bรผro verliert an Bedeutung. Es wird ersetzt durch multilokales Arbeiten: mal von Zuhause, mal im mobilen Bรผro, im Coworking Space oder auch ganz in virtuellen Rรคumen und mit Menschen, denen man nie persรถnlich begegnet.
Arbeitnehmer werden sich in dieser Neo-Arbeitswelt an unterschiedliche Situationen anpassen mรผssen. Strukturen, die heute von Arbeitgebern vorgegeben sind, werden Arbeitnehmer kรผnftig selbst schaffen mรผssen. Mit anderen Worten: Die Digitalisierung wird vermutlich nicht mehr so viele Arbeitsstellen schaffen wie heute โ an Arbeit wird es dennoch nicht fehlen.
Mรถgliche Logistik-Berufe der Zukunft
Wer in der Herrschaft der Algorithmen Oberwasser behalten will, muss nicht zwingend selbst programmieren kรถnnen โ zumal die Kรผnstliche Intelligenz (KI) heute schon belegt, dass die Programme in der Lage sind, sich auch selbst zu programmieren (wie etwa Teile des Suchalgorithmus von Google). Als Basis-Kompetenz wird von Arbeitnehmern jedoch verlangt werden, dass sie die Algorithmen verstehen und mit ihnen souverรคn umzugehen wissen. Je weiter die KI Fortschritte verzeichnet, desto mehr wird der menschliche Beitrag zur Arbeit in kreativen Lรถsungen bestehen, um Probleme mรถglichst gar nicht aufkommen zu lassen oder um Nischen zu besetzen, die durch Maschinen, Roboter und Software nicht abgedeckt werden. Mรถgliche Logistik-Berufe der Zukunft kรถnnten sein:
Roboterkoordinator
Lageristen โ und alle die an der Rampe arbeiten โ mรผssen schon heute oft den Umgang mit Datenbrillen oder intelligenten Handschuhen beherrschen. Und in knapp einem Fรผnftel der Lager sind bereits fahrerlose Staplersysteme und Smart Container im Einsatz. Gefragt sind mittlerweile auch Lagerroboter sowie intelligente Regale und Paletten. Die Entwicklung dieser Techniken steht noch am Anfang. Absehbar ist, dass die Systeme immer weiter miteinander verzahnt werden und somit deren Komplexitรคt steigt. Das wird Koordinatoren erfordern, die den Einsatz der Maschinen planen und รผberwachen.
Data Scientist
Ein Berufsbild, das bereits Realitรคt geworden ist, vor einigen Jahren aber noch vรถllig unbekannt war: Der Data Scientist. Das Internet der Dinge bringt Datenmengen hervor, von deren Analyse viele in der Logistik profitieren. Datenwissenschaftler analysieren Ablรคufe und bieten neue, optimierte Lรถsungen fรผr Logistikaufgaben an.
LKW-Fรผhrer
Im selbstfahrenden LKW wird der LKW-Fahrer zum LKW-Fรผhrer. Dank seiner ausgezeichneten Logistik-Kenntnisse ist er vor allem mit der Koordination und รberwachung von Transporten beschรคftigt. Vor Ort ist er aber auch ein geschickter Verhandler und Problemlรถser.
Transport Supervisor
Der Disponent von heute wird sich in der Zukunft sicher weniger damit beschรคftigen, Auftrรคge zu akquirieren, Touren einzuteilen und Routen zu planen. Dies werden Frachtplattformen wie Saloodo! mithilfe von Kรผnstlicher Intelligenz und Algorithmen in Echtzeit effizienter und effektiver erledigen. Der Job des Disponenten wird aber nicht รผberflรผssig werden โ er wird sich verรคndern. Disponenten werden in Zukunft die Rolle von Supervisoren einnehmen, die die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen im Blick behalten. Der Disponent der Zukunft hat dann vielleicht eine hรถhere Verantwortung und prรผft fรผr alle Fahrzeuge, ob sie bestimmte wirtschaftliche Kriterien wie Auslastung, Stoppdichte oder Kilometergesamtleistung erfรผllen. Die Kennzahlen, mit denen der Disponent der Zukunft tรคglich arbeiten wird, werden sich verรคndern.