Um die vorhandenen Flächen besser zu nutzen, fördert die Europäische Union (EU) aktuell ein Pilotprojekt für telematisch gesteuertes „Kompaktparken“. An der Autobahnraststätte Jura West (A3 bei Velburg, Richtung Passau) wurde dafür der Parkplatz umgebaut. 
Kolonnenparken – bewährtes System mit Parkreihen
Das Kolonnenparken gibt es bereits seit 2005 an der Raststätte Montabaur an der A3 (Richtung Norden) sowie seit 2009 am Autohof Lohfeldener Rüssel (Kassel). Hierbei durchfahren die LKW eine Schranke und den Fahrern wird danach ein freier Parkstand zugewiesen. Im Gegensatz zum Kompaktparken können die Fahrer hier also nicht selbst entscheiden, wann sie wieder abfahren möchten. Ist die Reihe für eine bestimmte Uhrzeit voll wird die nächste Reihe dazu genommen die Länge des LKW sowie die Abfahrtszeit wird über den elektronischen Parkwächter erfasst und dann der Standplatz zugewiesen. Die errechnete Reihe wird mit Lichtsignalanlagen angezeigt. Anschließend wird die noch verfügbare Länge der Parkreihe über Laser vermessen und an das System für die nachfolgenden LKW gemeldet. Fahrer, die in eine falsche Reihe gefahren sind, werden als Falschparker erkannt. Das System berechnet dann deren Fehlverhalten beim Verteilen weiterer Parkplätze mit ein. Die LKW stehen wie an einer Perlenschnur aufgereiht hintereinander und können einer nach dem anderen pünktlich losfahren – vorausgesetzt, kein Fahrer verschläft und kein LKW hat eine Panne.
Truck Tower – neues Konzept ohne Praxiseinsatz
Eine andere Idee wurde 2019 auf der Nutzfahrzeugmesse NUFAM in Karlsruhe vorgestellt. Der „Truck Tower“ ist ein Parkhaus für Lastwagen, das auf die bestehenden Parkflächen gebaut werden soll. Dadurch sollen auf einer Fläche für 30 Lkw zukünftig 87 stehen können. Das System ist jedoch bisher nicht im Einsatz. Könnte aber tatsächlich einen Versuch wert sein.
Egal, welche Ideen getestet werden. Wichtig ist, dass Lösungen gefunden werden. Denn auch für die LKW-Fahrer ist die leidige Parkplatz schlimm: In einer Studie des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen gaben vor einigen Jahren 40 Prozent der befragten LKW-Fahrer die Parkplatzsituation als einen hohen Stressfaktor in ihrem Berufsalltag an. Zumal empfindliche Strafen drohen, wenn die LKW-Fahrer ihre Ruhezeiten nicht einhalten – und sei es, weil sie keinen Parkplatz finden.