Winterreifenpflicht: Diese Vorschriften gelten für LKW

Noch kann sich der Oktober nicht entscheiden, ob er schon den Herbst einläuten will oder doch lieber noch etwas Spätsommer genießen möchte. Dennoch müssen sich gerade Transportunternehmen im internationalen Verkehr jetzt mit der Winterreifenpflicht und allgemein den Wintervorschriften für LKW beschäftigen. Hier gibt es eine Übersicht über alles Wichtige zum Thema Winterreifen für LKW und allgemeine Wintervorschriften für Nutzfahrzeuge in Europa.

Die kalte Jahreszeit steht bevor und damit wird der Wechsel auf Winterreifen Pflicht. In Deutschland gilt, dass die Reifen bei „winterlichen Bedingungen“, also Kälte, Glätte, Schnee oder Matsch, an allen permanent angetriebenen Antriebsachsen von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen angebracht werden müssen. Aber: Seit dem vergangenen Jahr gibt es einige neue Regeln für Lastkraftwagen. Die Bestimmung schreibt vor, dass Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t (im Amtsdeutsch: Klassen M2 und M3 sowie N2 und N3) bei winterlichen Verhältnissen nicht nur auf der Antriebsachse mit Winterreifen ausgerüstet sein müssen, sondern zudem auf den „vorderen Lenkachsen“. Dennoch können sich alle erstmal entspannt zurücklehnen, denn das Gesetz ist zwar bereits in Kraft getreten, es gilt aber erst ab dem Winter 2020/2021.

Keine Überraschung bei Umstellung

Für eine weitere Neuerung hat man sogar noch mehr Zeit: Ab 2024 dürfen auf den Antriebs- und Lenkachsen bei winterlichen Verhältnissen keine M+S-Reifen mehr verwendet werden, sondern nur noch welche mit dem Symbol der drei Bergspitzen und der Schneeflocke (Three-Peak-Mountain-Snowflake-Symbol, 3PMSF).

Die langen Fristen wurden eingeräumt, damit Industrie, Handel und Transportunternehmen genügend Zeit gelassen wird, sich darauf einzustellen.  Bis 2024 dürfen noch M+S-Reifen verwendet werden, allerdings nur solche, die vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden. Wer die Bereifung nicht den neuen Regeln anpasst, muss mit einem Bußgeld rechnen: 60 Euro, wenn jemand mit mangelhafter Bereifung erwischt wird. 80 Euro bei Behinderungen, und bei einem Unfall sind 120 Euro fällig, plus jeweils ein Punkt in Flensburg.

Allerdings sind auch die Reifen mit den Bergspitzen und der Schneeflocke – genau wie die M+S-Reifen – keine wirklichen Winterreifen, sondern eher ein Kompromiss: Sie können ganzjährig genutzt werden. Wer im Winter nach Norwegen fährt, sollte sich lieber echte Winterreifen zulegen. Diese ermöglichen bei Schnee und Glatteis einen viel besseren Grip, wie auch dieser Test zeigt. Nachteil: Wenn man mit diesen Winterreifen in wärme Gegenden (über 6°C) fährt, müsste man die Reifen wieder wechseln. Denn die weicheren „echten“ Winterreifen nutzen dann sehr viel schneller ab und lassen das Fahrzeug sehr viel unruhiger laufen. Die Ganzjahresreifen hingegen bringen deutlich weniger Rollwiderstand und mehr Laufleistung.

Zusätzliche Wintervorschriften beachten

Neben den Reifen müssen LKW-Fahrer auch noch weitere Hinweise befolgen. Auf der Seite des Reifen-Herstellers Continental findet man eine sehr gute Übersicht über alle Wintervorschriften für LKW und Busse in den einzelnen europäischen Ländern. Hier gibt es auch Hinweise zu Schneekettenpflicht, der Mitführpflicht von Schneeschaufeln oder Spikereifen.

Es kommt aber nicht nur auf die Reifen an: Die Klassiker unter den Winterpannen sind laut ADAC schwache Batterien, Schäden an der Beleuchtung und eingefrorene Bremsventile. Vor allem die Batterien können zum Problem werden. Kälte, viele elektrische Verbraucher und die höhere Belastung beim Anlassen eines kalten Dieselmotors fordern die Batterie im Winter deutlich stärker. Der ADAC weist darauf hin, dass die Batterie bei richtiger Säuredichte auch mit hohen Minusgraden klarkommt. LKW-Fahrer sollten also nicht nur auf die Bereifung achten, wenn sie ihre Fahrzeuge für die kalte Jahreszeit rüsten wollen. Und das am besten schon jetzt – bevor der Winter wirklich da ist.

Daniel Mahnken

Daniel Mahnken ist Senior Corporate Communications Manager bei Saloodo!. Als gelernter Journalist liegt ihm das Schreiben quasi im Blut. Nach seinem Sportpublizistik-Studium wollte er eigentlich Germany's Next Sport-Kommentator werden, doch dann entdeckte er die Logistik und kommt seitdem nicht mehr davon los.

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