Warum Design Thinking in der Logistik erfolgreich Innovationsprozesse vorantreibt

Innovation ist der Motor unserer Wirtschaft und unseres täglichen Lebens. Und im Zeitalter der Digitalisierung kommen diese Innovationen häufiger und schneller, als es vielen Unternehmen teilweise lieb ist. In der Logistik tickt die Uhr oft noch ein bisschen langsamer. Innovationen lassen sich nur schwer in den Arbeitsalltag des Transportgewerbes einbauen und umsetzen. „Das war schon immer so!“ ist ein Satz, den man mehr als einmal am Tag hört, wenn man für ein Start-up in einer so traditionellen Branche arbeitet.

Was wäre ein hilfreicher Lösungsansatz? Design Thinking ist derzeit ein viel gehyptes Buzzword für den Innovationsprozess. Aber was ist Design Thinking und ist es wirklich so nützlich, wie oft behauptet wird? Wir bringen etwas Licht ins Dunkel:

Was ist Design Thinking?

Die in Stanford entwickelte Methode des Design Thinking gilt als DER Katalysator für einen gelungenen Innovationsprozess. Die Grundlage im Design Thinking ist die absolute Fokussierung auf die Bedürfnisse des Nutzers oder Kunden.

Werfen wir zunächst einen Blick darauf, worum es beim Design Thinking überhaupt geht. Im Grunde ist es ein Verfahren für die Entwicklung von schnellen, kundenzentrierten Lösungen in Unternehmen. In Form eines Workshops werden die Bedürfnisse der Nutzer ermittelt und dann Lösungen entwickelt, die diese Bedürfnisse erfüllen. Diese Lösungen werden dann getestet und kontinuierlich optimiert, bis ein bestmögliches Angebot erreicht ist. David Kelly, Gründer von IDEO (der Quelle für Design Thinking) sagte bereits: „Wir wollen früh scheitern, um früher erfolgreich zu sein.“

Design Thinking in Logistics
4 Step Process Innovation Design Thinking

Beim Design Thinking geht es aber vor allem auch darum, das gesamte operative Team einzubeziehen und sich bestmöglich mit dem Projekt zu identifizieren. Das bedeutet auch, dass sich das Projektteam aktiv in einem gemeinsamen Workshop zusammenfindet und die Lösungen gemeinsam entwickelt.

Probleme definieren und echte Lösungen finden

Beim Design Thinking gibt es zwei verschiedene Bereiche, die während des Prozesses durchlaufen werden: Der Problemraum und der Lösungsraum.

design thinking logisticsIm Problemraum liegt der Fokus zunächst nur auf dem Nutzer und darauf, ihn mit verschiedenen Methoden wirklich zu verstehen. Interviews oder die einfache Beobachtung von Nutzern sind hier optimal. Wenn Sie möglichst schnell zu Ergebnissen kommen wollen, verwenden Sie die Interview-Methode. Bei Interviews gilt die Regel, dass man mit mindestens zwölf Personen aus der Zielgruppe sprechen sollte, um ein erstes grobes Bild von deren Bedürfnissen zu bekommen, denn zwölf qualitative Interviews decken etwa 80 Prozent der Nutzerbedürfnisse auf. Der Problemraum ist der Ort, an dem sich alle Kundenbedürfnisse befinden, die Sie mit Ihrem Produkt erfüllen möchten. „Bedarf“ kann vielfältig sein: ein Kundenschmerzpunkt, ein Wunsch, eine Aufgabe oder eine Nutzererzählung sind alles Beispiele für Probleme, die im Problemraum eines Unternehmens existieren.

Der Lösungsraum ist der Bereich, in dem jedes Produkt oder das Design eines Produkts auf dem Problemraum aufbaut. Das bedeutet, dass sich jedes Produkt oder Design wie Mock-ups oder Wireframes im Lösungsraum befinden, aber auf dem Problemraum aufbauen. Der Problemraum befindet sich am unteren Ende des Lösungsraums, so dass wir sagen können, dass der Problemraum an der Basis des Lösungsraums liegt. Im Lösungsraum befindet sich alles, was von den Kunden verwendet wird und wie ein Produkt oder ein Beispiel für ein Produkt aussieht, in diesem Raum. Um ein Produkt herzustellen, muss man einen bestimmten Weg wählen. Wie das Produkt aussieht, was es kann und wie es funktioniert, ist ganz Ihnen überlassen.

Erkenntnisse in praktische Gestaltungsprinzipien umwandeln

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Interviews aus dem Produktraum werden nun auf Post-its in den Lösungsraum übertragen und die Projektgruppe hat die Möglichkeit, Muster und Gemeinsamkeiten, sogenannte Insights, zu identifizieren. Aus diesen Erkenntnissen können nun Gestaltungsprinzipien abgeleitet werden. Auf Basis dieser Informationen kann die Projektgruppe nun eine User Persona ableiten. Was für ein Mensch ist unsere Zielgruppe? Was löst bei unserer Persona ein schlechtes oder gutes Gefühl aus? Und in welchem Kontext wird das Produkt von unserer Persona verwendet? Und wozu hilft es eigentlich genau?

Der Bedarf des Kunden wird nun in einer Frage zusammengefasst. Zum Beispiel: „Wie können wir Peter dazu bringen, unser Produkt zu kaufen?“ oder „Wie können wir Anna helfen, unser Produkt in ihre Arbeitsroutine zu integrieren?“

Design Thinking in Logistics

Diese Kernfrage nutzen wir nun, um Lösungen für das Problem unserer Persona zu finden. Da wir nun sehr konkret sind, fällt es den Menschen oft leichter, kreativ zu denken. Um dies zu unterstützen, können wir natürlich verschiedene Methoden anwenden. Wichtig dabei ist: Je mehr Ideen, desto besser. Jede Idee wird immer wieder durch Rückversicherungen überprüft, um DIE endgültige, brauchbare und machbare Idee zu finden. Auf der Grundlage dieser Idee kann nun der Prototyp entwickelt werden. Dies kann im ersten Schritt z. B. mit Hilfe von Storyboards geschehen. Dieser Prototyp kann bereits getestet werden, indem man sich verschiedene Kernfragen stellt: Haben wir ein Problem von Peter gelöst? Ist die Lösung finanziell möglich? Findet Anna die Idee gut, es zu tun?

Bis zur Perfektion dieses Prototypen können mehrere der in der Abbildung dargestellten „Runden“ von Statten gehen, bis die Kernfrage gelöst wurde und die Bedürfnisse der auserwählten User Persona mit dem Produkt bestmöglich gestillt werden.

Anwendbarkeit für Design Thinking in der Logistik

Jeder, der in der Logistikbranche arbeitet, weiß, dass Probleme nie Mangelware sind. Probleme manifestieren sich auf vielfältige Weise, z. B. durch dysfunktionale Prozesse, Systeme, Personalkapazitäten und die Abstimmung von Fähigkeiten. Wenn Probleme in der Lieferkette ungelöst bleiben, wirken sie sich sowohl auf die Kunden- als auch auf die Mitarbeitererfahrung negativ aus.

„Design Thinking ist ein auf den Menschen ausgerichteter Innovationsansatz, der aus dem Werkzeugkasten des Designers schöpft, um die Bedürfnisse der Menschen, die Möglichkeiten der Technologie und die Anforderungen an den Geschäftserfolg zu integrieren.“ -Tim Brown, geschäftsführender Vorsitzender von IDEO

In der Logistik angewandt, kann Design Thinking die Motivation der Mitarbeiter steigern, Routineaufgaben im Prozessablauf mit neuem Leben erfüllen und das Kundenerlebnis maßgeblich verbessern.

Warum ist Design Thinking wichtig?

Es gibt zahlreiche Unternehmen und Einzelpersonen, die von der Anwendung von Design Thinking bei ihren Problemlösungsbemühungen profitieren können. Um nur einige Anwendungen für Design Thinking am Arbeitsplatz zu nennen:

  • Anstatt sich in den Details eines Problems zu verzetteln, geht es im Design Thinking darum, das Wesentliche im Auge zu behalten: eine praktikable Lösung.
  • Diese Methode hilft Unternehmen, die Bedürfnisse ihrer Kunden besser zu verstehen und folglich auch besser auf diese Bedürfnisse einzugehen.
  • Unternehmen können mit Hilfe von Design Thinking neue und einfallsreiche Lösungen für ihre Herausforderungen finden.
  • Wenn der Kunde aktiv am Design-Thinking-Prozess teilnimmt, kann das Unternehmen effektiver auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen.
  • Unternehmen können Design Thinking nutzen, um die Zufriedenheit ihrer Kunden zu verbessern, indem sie die Zufriedenheit ihrer Verbraucher kontinuierlich beobachten und bei Bedarf Anpassungen an ihren Produkten oder Dienstleistungen vornehmen.

 

Janine Wolff
Janine ist Betriebswirtin und Designfan, lebt Ihre Leidenschaft fürs Bloggen & Reisen, und ist unser kreative Social Media Managerin bei Saloodo!.

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